Wie komme ich in den Bus?

Wie komme ich in den Bus?

Die Ausbildungsveranstaltung zum Thema „Lkw- und Busunfälle“ war schon seit fast einem Jahr geplant, doch zeigte sich zuletzt nach dem schlimmen Brand eines Reisebusses bei Garbsen mit 20 Toten eine besondere Brisanz der Thematik, als sich jetzt die Mitglieder der Bleckeder Feuerwehr trafen.

„Hätte ich vorher meinen Feuerwehrkameraden gesagt, wir müssen uns auch auf Einsatzszenarien mit 50 und mehr Verletzten einstellen, die hätten gesagt, der Steinberg spinnt!“

Der Adendorfer Gemeindebrandmeister Ronald Steinberg brachte es auf den Punkt, als er im Rahmen einer zweitägigen Ausbildungsveranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Bleckede-Mitte über einen schweren Busunfall in Erbstorf im Jahre 2004 berichtete.
Der sogenannte „Massenanfall von Verletzten“ und die damit verbundenen logistischen Herausforderungen an Feuerwehr und Rettungsdienst waren Thema seines Vortrages am vergangenen Donnerstag im Bleckeder Feuerwehrhaus.

Zuvor referierte der stellvertretende Stadtbrandmeister der Stadt Buchholz id.N., Karsten Cohrs, über Einsatztaktik und zu erwartende Schwierigkeiten bei schweren Lkw-Unfällen, wie sie überall passieren können. Er verfügt über große Erfahrungen mit Lkw-Unfällen auf den vielbefahrenen Bundesautobahnen A 1 und A 261 im Landkreis Harburg und gab dieses Fachwissen gerne weiter.

In beiden Vorträgen wurde auch deutlich gemacht, mit welchem Presseaufkommen in kurzer Zeit an einer Einsatzstelle zu rechnen ist. Auch hierauf muss eine Feuerwehr vorbereitet sein.

Stand für die Bleckeder Feuerwehr am Donnerstag noch die Theorie auf dem Plan, ging es am Freitag dann sofort in die Praxis.
Gleich mehrere Unternehmen stellten der Bleckeder Feuerwehr Fahrzeuge und Personal zum praktischen Üben zur Verfügung.

Viele durch die Theorie entstandene Fragen und Problemstellungen konnten so gleich am Folgetag geklärt und dann die Lösungen in der Anwendung geübt werden.

An zwei großen Reisebussen wurde anschaulich demonstriert, wie die Feuerwehr im Ernstfall gewaltfreien Zugang zu einem Bus erlangt. Von allen Seiten wurden die Fahrzeuge intensiv inspiziert.
Wo sitzt die Batterie, wie bekomme ich den evtl. noch laufenden Motor aus, wie kann ich die Kraftstoffzufuhr unterbrechen, wo schläft der zweite Fahrer? Was ist, wenn der Bus auf der Seite oder sogar auf dem Dach liegt? Keine Frage der Retter bleib unbeantwortet!

An zwei großen Lkw wurde neben der patientengerechten Rettung aus ungewohnter Höhe über eine sog. Rettungsplattform dann auch das behelfsmäßige Abdichten eines undichten Kraftstofftanks geübt.

Die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und –frauen lernten in diesen zwei Tagen in über fünf Stunden Ausbildung eine große Menge für den Ernstfall, der jederzeit auch im Bleckeder Stadtgebiet eintreten kann.

Die Freiwillige Feuerwehr Stadt Bleckede-Mitte bedankt sich ganz herzlich bei folgenden Unternehmen für die freundliche Unterstützung der Veranstaltung:

– Fa. Anker Busreisen aus Lüneburg
– Baugeschäft Tillmann, Inhaber Stefan Müller
– Fa. Hartmann Elbe-Kies

Den beiden Referenten dankte Ortsbrandmeister Axel Bormann mit einer Bleckede-Medaille samt Anstecknadel anlässlich der anstehenden 800-Jahr-Feier.

Lorenz Reimers,
Zugführer

Bild 1:
Axel Bormann (ganz rechts) und Ralf Weber (ganz links) danken den beiden Referenten Karsten Cohrs (links) und Ronald Steinberg (rechts)
Bild 2:
Einweisung in die Fahrzeugtechnik an einem MAN
Bild 3:
Patientengerechte Rettung mittels Rettungsbrett über eine Rettungsplattform

Auch Interessant?

Monatsübung in Brackede

Am Donnerstagabend stand in Brackede eine umfassende Ausbildung auf dem Dienstplan: Unklare Rauchentwicklung in einer Scheune - der Schwerpunkt lag auf dem Atemschutzeinsatz mit Menschenrettung und Brandbekämpfung. Die Bereiche Wasserförderung, Abriegelung und Atemschutzüberwachung wurden ebenfalls geübt. Eine erfolgreiche Ausbildung für alle Einsatzkräfte!

Übung in Neu Wendischthun – Zusammenarbeit auch ohne Fähre

Alarmübung am Mittwochabend für die Feuerwehren Neu Garge, Niendorf, Sumte und Stapel an der "Alten Schule" in Neu Wendischthun: Da die Elbfähre aktuell nicht übersetzt, haben die Feuerwehren des Amt Neuhaus den Brandschutz für den Einsatzbereich Neu Bleckede/ Neu Wendischthun übernommen. Die eigentlich zuständige Feuerwehr Bleckede unterstützte auch ohne Fähre: Mit dem Mehrzweckboot wurden Atemschutzgeräteträger über die Elbe gebracht und vom Fähranleger mit Mannschaftstransportfahrzeugen zur Einsatzstelle gefahren. Ziel der Übung war die Ermittlung einer realistischen Eintreffzeit bei "Anreise mit eigenem Boot": 25 Minuten nach der Alarmierung waren 6 Atemschutzgeräteträger mit Ausrüstung an der "Alten Schule" einsatzbereit. Das Fazit der Übung: Gemeinsam können wir jede Lage meistern. Auch ohne Fähre! #wirsindderostkreis