KFB Verden übt in Bleckede und Volkstorf

Die Kreisfeuerwehrbereitschaft aus Verden war mit vier Zügen zu Gast im Landkreis Lüneburg. Die Kreisfeuerwehrbereitschaft 1 aus Lüneburg lud die Gäste aus Verden zu einem arbeitsreichen Wochenende in Bleckede und Volkstorf ein.

Im April waren die Lüneburger zu Gast in Verden, als Gegeneinladung kamen nun die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden nach Lüneburg.
Am Freitagabend, den 20.09.2019 kamen die Feuerwehrfahrzeuge aus Verden in Bleckede an. Aber eine große Pause war den Einsatzkräften nach der langen Fahrt nicht gegönnt. Kurz nach der Ankunft begannen schon die Übungen für die Verdener. Die Lüneburger Feuerwehrkameraden um Kreisbereitschaftsführer Uwe Rahlfs hatten sich noch so Einiges ausgedacht für den Freitagabend. Parallel mussten zwei Übungen abgearbeitet werden.

Die eine Übung wurde am Übungsdeich am Bleckeder Feuerwehrhaus durchgeführt. Während die Führungskräfte eine Kurzanleitung über das Thema Deichverteidigung bekamen, lernten die Mannschaften verschiedene Techniken zum Füllen eines Sandsackes. Einige hundert Sandsäcke galt es zu füllen, denn diese mussten bei den anschließenden Übungen verbaut werden. Bei den Übungen stand aber nicht die schwere körperliche Arbeit im Vordergrund, sondern die Technik: wie verbaue ich einen Sandsack richtig, wohin muss die Öffnung zeigen und wie entsteht ein Wall sicher und solide, aber auch der wichtige Hinweis, dass es normal ist, wenn Wasser aus dem Deich sickert, und auch zu erkennen, ab wann Gefahr droht.

Bei der parallel laufenden Übung auf einer nahegelegenen Baustelle in Bleckede war schon mehr Körpereinsatz gefordert. Hier fegte ein angenommener Tornado über eine Baustelle und hinterließ ein Chaos. Drei Personen waren gerade dabei einen Kran aufzubauen, bevor sie das Unwetter überraschte und sie im Kran schwerverletzt wurden und nicht mehr alleine absteigen konnten.

Ein PKW wurde vom Tornado erfasst, gegen mehrere Betonklötze geschleudert und von einem Stahlträger durchbohrt. Ein Radladerfahrer geriet dabei in Panik, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und ließ die Radladerschaufel auf den PKW fallen. Zwei Personen wurden dadurch im PKW eingeklemmt. Erschwerend kam hinzu, dass es mittlerweile dunkel war.

Nach Eintreffen der Verdener Einsatzkräfte galt es für die Führungskräfte, sich erst einmal einen Überblick über die Lage zu verschaffen und daraufhin die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen.

Für die drei Personen im Kran war der Entschluss schnell gefasst: die drei Verletzten wurden über die Drehleiter gerettet.

Für den PKW und die darin eigeklemmten Personen gestalten sich die Maßnahmen deutlich schwieriger. Ein Entfernen der Radladerschaufel war nicht möglich, da der Fahrer unter Schock stand, keine Auskunft geben konnte und für das Starten des Fahrzeuges ein PIN-Code eingegeben werden musste.

Der PKW wurde gegen weiteres Verrutschen gesichert und anschließend mittels Schere und Spreizer ein Zugang über die Fahrertür geschaffen. Darüber wurden die Personen aus dem Fahrzeug befreit.

Nach Beendigung der beiden Übungen erwartete der Logistikzug aus Verden die Kameraden im Reinstorfer Feuerwehrhaus. Dort gab es dann ein Abendbrot und nach einem gemütlichen Beisammensein schliefen die Verdener Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus, bevor es dann am Samstagmorgen nach dem Frühstück weiterging mit den Übungen.

Auf dem Gelände der Firma Manzke in Volkstorf mussten drei weitere Übungsszenarien gleichzeitig bewältigt werden.

Bei der Reparatur von Mobilfunkantennen auf einem Betonsilo kam es zur Verpuffung und zu einer Rauchentwicklung. Danach gab es keine Verbindung mehr zu den Telekommunikatons- mitarbeitern. Die Einsatzkräfte mussten unter Atemschutz die höheren Teile des Betonsilos absuchen und die Mitarbeiter finden und retten.
Nach Auffinden der vermissten Personen galt es diese nach unten in die Obhut des Rettungsdienstes zu bringen, allerdings gab es keine Treppen und die Drehleiter konnte aus Platzgründen nicht angelegt werden. So mussten die Verletzten über die Leiter abgeseilt werden.

Die zweite Übung fand weiter hinten im Gelände statt. Bei Reparaturarbeiten an einem defekten Radlader kam es zum Unglück. Ein Arbeiter wurde unter dem Radladerreifen eingeklemmt. Auf Grund eines Motorbrandes und dem damit verbundenen Funkenflug kam es zu einem Flächenbrand, der in den nahegelegenen Kieferwald hineinging.
Während mehrere Trupps mit der Waldbrandbekämpfung begannen, musste die Wasserversorgung aus einer 1,5 Kilometer entfernten Wasserstelle aufgebaut werden und die Menschenrettung des schwer eingeklemmten Arbeiters eingeleitet werden. Und genau diese gestaltete sich als äußerst schwierig: ein einfaches Anheben des Radladers durch hydraulische Heber war nicht möglich, da dieser über ein spezielles Achsensystem verfügte. Dennoch gelang es den Einsatzkräften durch die Kombination verschiedener Einsatzmittel, den Schwerverletzten zu befreien.

Beim dritten Übungseinsatz wurde folgende Lage angenommen: In einem Tunnelsystem haben Kinder und Jugendliche ein Lagerfeuer entzündet. Auf Grund der Rauchentwicklung und des Feuers wurde den Jugendlichen der Weg nach draußen abgeschnitten. Hier musste schnellstmöglich die Menschenrettung und Brandbekämpfung eingeleitet werden, damit die Jugendlichen keine lebensgefährliche Rauchgasvergiftung bekamen. Auch diese Aufgabe wurde von den Verdener Kameradinnen und -kameraden gut gelöst.

Nach Ende aller Übungen und einer Abschlussbesprechung fuhren alle gemeinsam zum Feuerwehrhaus nach Reinstorf. Nach einem gemeinsamen Mittagessen trat die Kreisfeuerwehrbereitschaft Verden die Heimreise an.

Andreas Bahr, KPW Kreisfeuerwehr Lüneburg

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