Lüneburg: Dachstuhlbrand – Anforderung Drehleiter [Update]

Einsatz Nr. 59
am 15:09.2016, 14:37 
Einsatzstichwort:
B4 – Dachstuhlbrand
Einsatzort:
Lüneburg, Bei Mönchsgarten 
Feuerwehr(en)/ Einheiten:
FF Lüneburg (Erstalarm 10:59)
FF Bardowick
FF Reppenstedt
FF Melbeck
FF Deutsch Evern
FF Bleckede (E-33)
Rettungsdienst
Polizei
diverse Weitere …
Lage/ Maßnahmen:
Pressemitteilung Feuerwehr Lüneburg:

Dachstuhlbrand fordert rund 200 Einsatzkräfte
roe. Rund 200 Einsatzkräfte waren über sieben Stunden im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde von einem uneinsichtigen Autofahrer an einer Straßensperre angefahren.

Bei Dacharbeiten geriet die Isolierung im Dach eines Mehrfamilienhauses in Brand. Der Dachdecker reagierte vorbildlich, setzte seinen bereitstehenden Feuerlöscher ein. Leider ohne den gewünschten Erfolg, worauf er sofort die Feuerwehr alarmierte.
Kurz vor 11:00Uhr ging der erste Alarm bei der Feuerwehr Lüneburg ein. Schon beim Eintreffen der ersten Kräfte schlugen Flammen aus dem Dach. Einsatzleiter und Stadtbrandmeister Diesterhöft ließ zügig auf Stadtalarm erhöhen. Vollalarm für alle Lüneburger Feuerwehren. Der flache Innenraum des Daches war aufgrund der
Leichtbauweise nicht begehbar, daher arbeiteten sich die Einsatzkräfte über Drehleitern und eine Hubarbeitsbühne durch die Seitenverkleidung in das Dachinnere vor. Weitere Atemschutzgeräteträger schnitten Öffnungen in die Dachhaut und löschten die Flammen von dort. Aufgrund der schweren körperlichen Arbeit und hochsommerlichen Temperaturen wurden im Einsatzverlauf weitere Kräfte an der Einsatzstelle benötigt. Auch eine weitere Drehleiter für die Gebäuderückseite wurde benötigt. So wurde die Feuerwehr Bardowick zum Einsatz hinzugezogen. Im weiteren Einsatzverlauf kamen die Feuerwehr Bleckede mit einer zusätzlichen Drehleiter sowie die Samtgemeindefeuerwehrzüge aus Gellersen/Reppenstedt sowie Ilmenau insbesondere mit Atemschutzgeräteträgern zum Einsatz. Im Verlaufe des Einsatzes zündete das Dach zur rechten Seite komplett durch, weitere Löschmaßnahmen waren dadurch nur noch über die Drehleitern und die Hubarbeitsbühne sowie das aufgestellte Baugerüst möglich.
Teile des Daches stürzten ein. Da die zahlreichen Glutnester in der Isolierung des Daches nicht erreicht werden konnten setzte die Feuerwehr Schaummittel ein um ein weiteres Aufflammen zu verhindern.
Insgesamt kamen rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie zahlreiche Helfer des Rettungsdienstes sowie der Polizei zum Einsatz. Notfallseelsorger und Rettungskräfte kümmerten sich um die Evakuierten Bewohner des Hauses. Auch Nachbarn unterstützten hier vorbildlich. Die Hansestadt Lüneburg entsendete Mitarbeiter um eine Unterbringung und Versorgung der Bewohner zu organisieren. Rund 40 Personen aus 25 Wohnungen brauchten eine neue Bleibe, zum Teil auch Kleidung und natürlich Verpflegung. Die Einsatzverpflegung der Feuerwehr am frühen Nachmittag wurde auch für die evakuierten Bewohner bereitgestellt. Die Hansestadt kümmerte sich um die weitere Versorgung.
Die Größe des Einsatzes lockte zahlreiche Medienvertreter an den Einsatzort. Manchmal liegen positive und negative Erlebnisse sehr nah bei einander. Das mussten die Einsatzkräfte bei diesem Einsatz sehr deutlich feststellen.
Die Straßen um die Einsatzstelle mussten für den Verkehr voll gesperrt werden. Hier wurden Absperrmaßnahmen getroffen und standen auch Einsatzkräfte um die Sperren zu kontrollieren und Einsatzfahrzeuge hineinzulassen. Ein Autofahrer wollte die Sperrung jedoch nicht hinnehmen, trotz der Absperrung und Haltzeichen unseres Kameraden fuhr er diesen mit seinem Fahrzeug an. Der Feuerwehrmann kam zum Glück nur leicht verletzt in Krankenhaus, um den renitenten Fahrer kümmerte sich die Polizei.
Doch nun zum Positiven. Strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen laden eigentlich zum Genießen ein, doch bei einem Feuerwehreinsatz insbesondere dieses Ausmaßes können sie zur Last werden. Einige Lüneburger im Umfeld der Einsatzstelle schafften Abhilfe. Es wurden kalte Getränke und sogar eine randvolle Kühlbox mit Eis bereitgestellt. Wir danken für so viel Wertschätzung und Unterstützung unseres Ehrenamtes!
Auch bei unseren Zahlreichen Kameradinnen und Kameraden aus den Nachbargemeinden sowie den Einsatzkräften von Rettungsdienst und der Polizei sowie den Mitarbeitern der Hansestadt und nicht zuletzt den Seelsorgern möchten wir uns an dieser Stelle herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken.

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Daniel Römer, Pressesprecher Feuerwehr Lüneburg

Weitere Fotos von Heiko Deetz, Feuerwehr Bleckede:

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