Neuer Lehrgang „Deichverteidigung“ bei der Feuerwehr Bleckede

Am Samstag wurde der erste Lehrgang Deichverteidigung als Testduchlauf am Feuerwehrhaus Bleckede durchgeführt. Teilnehmer waren über 30 Einsatzkräfte der Bleckeder Ortsfeuerwehren und zwei Teilnehmer des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Die Idee zu dieser Ausbildung hatte der ehemalige Stadtbrandmeister Henning Banse: Nach dem Hochwasser 2013 wurde an Feuerwehrhaus Bleckede eine 2500 Quadratneter große Fläche mit Mineralgemisch befestigt und beleuchtet. Hier ist einer der im Hochwasserplan festgelegten Sandsackfüllplätze im Einsatzabschnitt Bleckede. Das für den Sandsackfüllplatz erforderliche Sandlager wurde mit den Böschungswinkeln der lokalen Deiche angelegt und begrünt. Im Sandlager wurden zusätzlich Schläuche verlegt um Sickerstellen zu simulieren. Somit kann das Sandlager als Übungsdeich für realitätsnahe Ausbildung genutzt werden.
Das Ausbildungskonzept von Henning Banse überzeugte den Artlenburger Deichverband (ADV) und den NLWKN. Die Teilnehmeranmeldung wird zukünftig über die Kreisausbildung der Feuerwehr organisiert.
Bleckedes Ortsbrandmeister Lorenz Reimers ist Lehrgangsleiter der neuen Tagesfortbildung. Neben den Teilnehmern konnte er mit Hartmut Burmester vom ADV, Heiko Warnecke und Michael Sprätz vom NLWKN und Jörg Förster von der Kreisfeuerwehr die Vertreter der Projektbeteiligten Organisationen begrüßen. Auch Stadtbrandmeister Joachim Meins und sein Stellvertreter Hermann Blanquett waren beim Pilotlehrgang dabei.
Im theoretischen Teil wurden der Deich, mögliche Schäden und die erforderlichen Gegenmaßnahmen ausführlich behandelt. Die Theorie zum Sandsack wurde auf dem Übungsgelände vertieft.
Bei der praktischen Ausbildung wurden die Handgriffe bei der Sandsackabfüllung mit der Sandsackfüllmaschine des Landkreises, mit Rohrschaufeln sowie weiteren manuellen Geräten und Vorrichtungen geübt. Über 300 Sandsäcke wurden für die folgenden Ausbildungseinheiten gefüllt und auf Paletten gepackt – alles wie im Hochwassereinsatz.
Am „Übungsdeich“ wurden an der Wasserseite Schadstellen abgedichtet und mit Sandsäcken gesichert. Weitere Themen waren die „Flächenauflast“ und die effektive Organisation von Menschenketten zum Sandsacktransport auf den Deich.
Der Höhepunkt war der Bau einer Ringkade an der Sickerstelle im Deich. Das austretende Wasser wurde angestaut um einen Gegendruck zu erzeugen.
Für die Ausbilder stand noch eine umfangreiche Auswertung des Tages auf dem Plan: Die meisten Abschnitte der Ausbildung sind jetzt bereits optimal umgesetzt – einige inhaltliche und ablaufoptimierende Änderungen werden noch einfließen.
Das Fazit zur Ausbildung: Das Gelände mit dem „Übungsdeich“ ist für die Ausbildung in der Deichverteidigung optimal geeignet. In Niedersachsen gibt es keine vergleichbare Übungsmöglichkeit bei einer Freiwilligen Feuerwehr.
Im Herbst wird die erste Ausbildung mit Teilnehmern aus dem Landkreis Lüneburg durchgeführt.

Video auf LZplay:
https://www.lzplay.de/index.php/2018/04/08/deichverteidigung-will-gelernt-sein/

 

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