2006 Badeunfall bei Alt Garge

Pressemitteilung 36 /2006 der Kreisfeuerwehr Lüneburg:

Bad in der Elbe endet tödlich –
Großaufgebot von Feuerwehr und DLRG sucht nach vermisster Person

Am Samstagmorgen wurde die Feuerwehr, zusammen mit Kräften der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ( DLRG ) zu einer Personensuche auf der Elbe bei Alt Garge gerufen. Es kam zu einem umfangreichen Einsatz von Booten und Tauchern an und auf der Elbe nach gut 1,5 Stunden fanden Taucher die Leiche des Vermissten im Buhnenbereich in Ufernähe im trüben Elbwasser.
Die Kreisfeuerwehr Lüneburg unterstützt, nach den vielen tödlichen Unfällen auf Gewässern, ausdrücklich die Warnungen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ( DLRG ).

Gegen 9.25 h werden Boot führende Elbe – Feuerwehren des Landkreises Lüneburg sowie das Feuerwehrboot des Landkreises Ludwigslust ( FF Boizenburg, MP ) ergänzt durch die Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Lüneburg alarmiert. Ergänzend kommen die Tauchergruppe sowie Bootsgruppe von DLRG Adendorf und Lüneburg zum Einsatz.

Nach Schilderungen der Lebensgefährtin des Vermissten 28 jährigen Mannes hätten die Lüneburger mit einem befreundeten Pärchen an der Elbe gezeltet. Am Morgen seien sie im Uferbereich baden gewesen. Dabei habe ihr Freund, wohl aus Erschöpfung, einen Schwächeanfall erlitten und habe von ihr, wohl auch aufgrund der auftretenden Strömung, nicht mehr festgehalten werden können.

Die ersten Rettungskräfte sind schnell vor Ort, dennoch dauerte es etwas, bis sie die Anrufer in dem unwegsamen Uferstreifen unterhalb des Alt Garger Hafens fanden.
Bleckedes Stadtbrandmeister Henning Banse führt die Einsatzkräfte. An verschiedenen Stellen gehen die Boote zu Wasser. Die Taucher fangen unverzüglich an, im Bereich der Buhne, in welcher die Person vermisst wird, systematisch den Grund abzusuchen. Dabei ist das ungefähr 26 Grad warme Wasser eine erhöhte Arbeitsbelastung für die Rettungstaucher.
Der aus Uelzen angeflogene Rettungshubschrauber Christoph 19 unterstützt in der ersten halben Stunde die Suche aus der Luft, kann aber in dem trüben Wasser auch nichts entdecken.
Die Suche zieht sich hin. Für alle Einsatzkräfte ist klar, dass die Zeit für eine Überlebenschance des Vermissten verstrichen ist. Henning Banse und sein Stellvertreter Hermann Blanquett jun. schauen mit ernstem Blick auf das ruhig aussehende Wasser des Elbestroms. Die Menschen, die an und mit ihrem Strom leben, wissen um die Gefahren von Strudeln und Strömungen. Die Elbe ist unberechenbar; selbst in Ufernähe kann sie einem viel Kraft abfordern.
Boote gehen mit Echolot und Leichenangeln im Hauptstrom auf die Suche. Der Vermisste kann bereits weit getrieben sein.
Es besteht nun nur der Wunsch, dass Opfer noch in den nächsten Minuten zu finden, damit der Einsatz für alle einen, wenn auch traurigen, Abschluss findet.
Die drei Freunde des Vermissten werden mittlerweile vom Notfallseelsorger im Bleckeder Löschgruppenfahrzeug betreut.
Gegen 11.10 h ist es dann soweit. Die Taucher finden den leblosen Körper etwa
8 bis 10 m vom Ufer entfernt. Gegen 11.15 h ist das Opfer geborgen.
Aus Feuerwehrsicht haben sich Form und Umfang der Alarmierung, sowie die aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit von DLRG –und Feuerwehrtauchern als ausgezeichnet erwiesen. Es wurde aber auch wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass Menschen, die die Feuerwehr alarmieren, sich an Straßen oder Zufahrten deutlich bemerkbar machen, wenn man den Einsatzort nicht genau bezeichnen kann.

Eingesetzte Kräfte : 1 / 131

FF Alt Garge: LF 8 s
FF Bleckede: LF 16 / 12, TLF 16 / 25, MZB
FF Walmsburg: TSF, FW-Boot
Kom-Gruppe Bl.: ELW 1
FF Hohnstorf/E.: LF 20/16, MTF, FW-Boot
FF Neuhaus/E.: ELW, MZB
FF Lüneburg: GW-Taucher, TLF 16/25, MZB, KdoW
5 Taucher ( 2 im Wasser )
FF Boizenburg: MZB
DLRG Lüneburg: TEW, MTW , Boot
DLRG Adendorf: ELW, GW-Wasserrettung, Boot
5 Taucher ( 2 im Wasser )
DRK: RTW, ELRD
Weitere: StBM Bleckede, StBM-V Bleckede, KPW-V, WaPol NDS
( 1 Fahrz.), WaPol HH ( Boot ), RTH Chr.19,
Notfallseelsorger, BüMstr. Bestatter