2004 Großfeuer Brackede

Großbrand vernichtet Wirtschaftsgebäude in Brackede

Freitagmittag, kurz nach 13 Uhr. Strahlender Sonnenschein über dem Bleckeder Stadtgebiet. Die ersten aufgeregten Anrufer melden über den Notruf 112 einen Großbrand in der Brackeder Deichstraße an die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle (FEL). Der diensthabende Disponent Walter Bruns: “Im Hintergrund war bei den Anrufen bereits das Knallen der Eternitplatten zu hören.” Sofort wird umfangreich alarmiert.

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Die Freiwilligen Feuerwehren aus Brackede, Radegast, Garlstorf, Wendewisch und Bleckede-Mitte werden in Marsch gesetzt. Kurz darauf auch die Feuerwehr Scharnebeck mit einer weiteren Drehleiter. Die Scheune des ca. 15 x 25m großen Gebäudes steht zu diesem Zeitpunkt bereits im Vollbrand. DierAnfahrt erfolgte auf Sicht. Bereits im 30 km entfernten Lüneburg ist die Rauchsäule über der Elbmarsch erkennbar. Da bei Brandausbruch niemand zuhause war, konnte sich der Brand unbemerkt ausbreiten. Die ersten Fahrzeuge haben es schwer, eine geeignete Fahrzeugaufstellung auf dem engen Gelände zu finden. Das Grundtsück mündet nach vorne an den schmalen Deichverteidigungsweg und verfügt über eine Zufahrt von der Rückseite. Aufgrund der enormen Brandausweitung können schließlich nur noch Reste des Wohnteils gehalten werden. Die Feuerwehren aus Garze und Karze kommen schließlich ebenfalls zum Einsatz, da weitere Atemschutzgeräteträger benötigt werden. Glücklicherweise befinden sich keine Pferde in den Stallungen. Ein Hund kann durch die Feuerwehr gerettet werden. Eine Frau in der Nachbarschaft erleidet eine leichte Rauchgasvergiftung und wird ärztlich behandelt, ein Rettungssanitäter aus Reihen der Feuerwehr Bleckede-Mitte leistet Erste Hilfe. Es gelingt den eingesetzten Wehren unter der Einsatzleitung von Stadtbrandmeister Henning Banse, dem Bleckeder Ortsbrandmeister Thomas Vogel sowie dem Zugführer des Löschzuges “Elbmarsch”, Rainer Kastens, benachbarte Gebäude zu schützen und zahlreiche Gegenstände aus dem Wohnteil zu retten. Zahlreiche Rohre wurden vorgenommen, der Gerätewagen-Atemschutz der Feuerwehrtechnischen Zentrale brachte noch frische Schläuche sowie Ersatzflaschen für die Atemschutzgeräte an die Einsatzstelle. Die Brandursachenermittlung der Polizei geht derzeit nicht von einer Brandstiftung aus, wobei die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Der Schaden an dem Gebäude wird auf ca. 500.000 Euro geschätzt. Der Geschädigte, Berufsfeuerwehrmann in Hamburg und selbst Mitglied der FF Brackede, drückte in der Folgewoche den Kameradinnen und Kameraden seinen Dank für den beherzten Einsatz aus. Der verletzten Nachbarin gehe es wieder besser. Er sei froh darüber, dass niemand sonst, insbesondere von der Feuerwehrangehörigen, zu Schaden gekommen ist.

Auch die FF Stadt Bleckede-Mitte wünscht dem Kameraden und seiner Ehefrau alles Gute für die Zukunft.