Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Göddingen

Bevor die Freiwillige Feuerwehr Göddingen gegründet wurde, gab es schon einen Zusammenschluß der Ortschaften Barskamp, Köstorf und Göddingen. Diese drei Dörfer kauften eine Feuerspritze, die heute noch in Barskamp steht.
Zur Gründung kam es im Jahre 1901. Am 27. März 1901 rief der Gemeindevorsteher Meyer eine Gemeindeversammlung ein. Bei dieser Versammlung waren 5 Hofbesitzer und 7 Anbauer anwesend. Es wurde folgendes geschrieben: „Geschehen Göddingen, den 27. März 1901“
Die ortsübliche unter Bekanntgabe der Tagesordnung auf heute eingerufene Gemeindeversammlung war von beschlußfähiger Anzahl besucht und wurde über folgendes verhandelt:
Der Gemeindevorsteher Meyer stelte den Antrag eine Feuerspritze für die Gemeinde Göddingen und Nindorf zu beschaffen und die Kosten derselben von der politischen Gemeinde der beiden Gemeinden nach dem bisherigen Steuerfuße zu decken.
Sämtliche Anwesenden waren von dem Vorteil der Beschaffung einer Spritze überzeugt und nahmen den Antrag einstimmig an.
Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben
Meyer Gemeindevorsteher (Nr. 14)
Damit war der erste Schritt einer Gründung getan. Daraufhin mußten noch mehrere Versammlungen gefolgt haben, in denen dann die Statuten für die Freiwillige Feuerwehr zu Göddingen und Nindorf niedergeschrieben wurden. In den Statuten heißt es:
Die unterm 5. Mai 1901 in den Gemeinden Göddingen und Nindorf unter der Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr zu Göddingen und Nindorf“ errichtete freiwillige Feuerwehr, welche durch Verfügung des königlichen Landraths zu Bleckede vom 12. Juli 1901 in den Rahmen des polizeilichen Löschwesens eingereihet und als Schutzwehr im Sinne des § 113 des Reichstrafgesetzbuches anerkannt ist, führt fortan die Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr zu Göddingen und Nindorf“ und verpflichtet sich, den bisher geleisteten freiwilligen Feuerwehrdienst vom 01. April 1902 ab nach Maßgabe der Vorschriften der Polizei = Verordnung des königlichen Ober = Präsidenten zu Hannover vom 27. September 1901 zu leisten.
Somit ist der Gründungstag der Freiwilligen Feuerwehr Göddingen der 05. Mai 1901.
Es wurden 19 § aufgestellt und im letzten heißt es:
„Aufhebung älterer Statuten“
Diese Statuten treten mit dem 01. April 1902 in Kraft. Mit demselben Zeitpunkt werden die bisherigen Statuten der unter der Bezeichnung „Freiwillige Feuerwehr zu Göddingen und Nindorf“ seit dem 05. Mai 1901 bestehenden freiwilligen Feuerwehr, einschließlich der auf Grund derselben erlassenen Dienstanweisung vom 05. Mai 1901 aufgehoben.
So beschlossen Göddingen, den 26. Januar 1902
Freiwillige Feuerwehr zu Göddingen und Nindorf
Der Schriftführer Wiese Der Hauptmann Soetbeer
Die neuen Statuten der freiwilligen Feuerwehr Göddingen – Nindorf vom 26. Januar d. J. werden unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs hiermit bestätigt.
Bleckede, den 11. Februar 1902
Der Landrath gez. Müller

Somit war die freiwillige Feuerwehr Göddingen im Paragraphen eingegliedert.
Von der Gründung bis zur Anlegung eines Protokollbuches im Jahre 1950 ist uns weiter nichts geblieben als ein Schriftstück vom 27. März 1901 der ersten Versammlung und eine Rechnung von der Feuerspritzen-Fabrik Louis Tidow Hannover, über den Kauf einer Feuerspritze vom 30. April 1901.
Die Spritze hatte eine Saugleistung bis zu 7m Tiefe und bei 12 Atmosphären, eine Strahlhöhe von ca. 24 m und eine Wurfweite von ca. 30m. Sie schaffte 300 l pro Minute. Diese Spritze war mit 14 Mann als Drücker zu bedienen. Der Preis der Spritze betrug 2819,50 Mark.
Weiter blieb uns noch ein Buch von den Statuten über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr zu Göddingen und Nindorf.
Durch die Anschaffung der Spritze und Ausrüstung war die Feuerwehr in der Lage bei Brandeinsätze dem Feuer entgegen zu wirken und zu bekämpfen.
Nach dem Bau der Wasserversorgung ist 1902 ein unterirdischer Wasserbehälter neben dem Spritzenhaus gebaut worden, welcher vom Windmotor versorgt wurde. Weitere Aufgaben der freiwilligen Feuerwehr Göddingen war es während des 1. Weltkrieges jeden durch Göddingen fahrenden Wagen zu kontrollieren wegen spionage Verdacht. Im Jahre 1926 gab es das erste Großfeuer. Es brannte das Haus Nr. 2 durch Blitzschlag ab. Das nächste größere Feuer war im Jahre 1945 am 20. April wo durch Beschuß das Haus, die Scheune und der Schweinestall von Ernst Jasker abbrannte. Im ersten Moment konnte kein Löschangriff vorgenommen werden, weil Alleierte weiter geschossen haben, trotzdem sind drei Leute zur Brandstelle hingerannt und wollten noch etwas retten. Alle Drei fanden durch Granatsplitter den Tod. Es waren ein Holländer, ein Russe und eine deutsche Flüchtlingsfrau.
Ein weiterer Großbrand ereignete sich am 29. Mai 1963, als das Wohnhaus Meier durch Kindern mit Steichhölzern spielend in Brand setzte und die Flammen auf Strathus Wohnhaus übergriffen und abbrannte.
Am 03. Dezember 1984 Großbrand bei Brosowski in Nindorf, das Wohnhaus wurde ein Raub der Flammen.
Am 25. August 1996 ein weiterer Großbrand bei Strathus, wo das Wirtschaftsgebäude in einer Größe von ca. 500 m² vernichtet wurde. Es gab noch weitere kleine Brände in Göddingen und Nindorf, wo die Feuerwehr im Einsatz war. Die freiwillige Feuerwehr Göddingen bekämpfte weitere Wald- und Getreidebrände.
Sie war auch tätig bei Personensuche, im Einsatz bei Hochwasser, beim auspumpen von Schiffen und bei Verkehrsunfällen.
Weiter übten wir nachbarschaftliche Löschhilfe aus.
Im Jahre 1950 besaß die Feuerwehr zwei Handdruckspritzen (Pferdegespann) und eine Motorspritze TS 8 und in Nindorf stand eine weitere TS 8. Die Feuerwehr wurde durch die Gemeinde ausgestattet.
Im Jahre 1951 kaufte die Gemeinde Göddingen ein offenes Mannschaftsfahrzeug von der Stadt Lüneburg.
Dieses Fahrzeug wurde in der Unterhaltung zu teuer, es verbrauchte auf 100 km 80 l Benzin. Deshalb wurde 1952 ein neuer Opel Blitz Feuerwehrwagen LF 8 mit Vorbaupumpe angeschafft. Ein Jahr später wurde eine TS 8 Bachert angeschafft.
1961 wurde eine Wasserentnahmestelle am Fischteich gebaut.
1968 wurde ein Bohrbrunnen gegenüber von Haus Nr. 30, Wöppenberg gebaut und das Dorf bekam 1971 eine zentrale Wasserversorgung mit Entnahme durch Unterflurhydranten. 1972 baute die Göddinger Gemeinde den ersten Abschnitt eines Gerätehauses, in dem ein Schulungsraum, Aufenthaltsraum, Küche und Toilette ist. In Nindorf wurde eine Zisterne mit 120 m³ Wasserinhalt gebaut.
1973 schafften wir eine Ziegler TS 8 an. Nach der Gebietsreform im Jahre 1974 hörte die Eigenständigkeit der Gemeinde Göddingen auf und wir wurden ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Bleckede. Weitere Anschaffungen wurden dann von Bleckede gemacht.
1976 bekamen wir ein TSF Ford Transit.
1977 wurde das alte Spritzenhaus abgerissen und eine Fahrzeughalle und ein Werkstattraum an das 1972 erbaute Feuerwehrhaus angebaut.
1981 erhielt die Göddinger Wehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 auf Mercedes Benz Fahrgestell. Den 5 Jahre alten TSF Ford Transit bekam die Freiwillige Feuerwehr Radegast.
1982 wurde die Freiwillige Feuerwehr Göddingen mit Sirenenalarmierung und Sprechfunk ausgerüstet.
1987 bekam Nindorf eine zentrale Wasserversorgung mit Entnahme durch Unterflurhydranten.
Wir bekamen Atemschutzgeräte, Funk und wurden mit persönlicher Ausrüstung und weiteren Gerätschaften entsprechend einer Ortsfeuerwehr mit Grundausstattung ausgerüstet. So daß wir zu jeder Zeit Einsatzbereit sind.
kdo-goddingen

Die Freiwillige Feuerwehr Göddingen ist auch Kulturträger dieses kleinen Ortes.
Als am 09. November 1989 sich die innerdeutsche Grenze öffnete und in Berlin die Mauer fiel, sehnten sich ostdeutsche Landsleute danach, Verbindungen mit gleichgesinnten aus dem Westen aufzunehmen. So erreichte uns ein Ruf aus Dellien im Amt Neuhaus, was früher zum Kreis Bleckede gehörte. Mit einer kleinen Abordnung fuhr die freiwillige Feuerwehr Göddingen im April 1990 nach Dellien um Kontakt mit der dortigen Feuerwehr aufzunehmen. Es folgte bald ein Gegenbesuch. Es fuhren Göddinger Feuerwehrleute und Damen zum Tanz nach Dellien und diese wiederum kamen zum Feuerwehrball nach Göddingen. Die Elbe war keine Grenze mehr, mehrfach besuchte man sich. Mit der Übergabe je eines Wimpels am 03. November 1990 in Dellien und am 20. November 1990 in Göddingen wurde die Partnerschaft der FFG und der FFD besiegelt. Die Partnerschaft hat sich zur Freundschaft entwickelt.
Die Wehrführer von 1901:
Franz Soetbeer
Heinrich Schröder
Wilhelm Heuer
Heinrich Tippe
Hermann Buhndorf
Franz Soetbeer
Wilhelm Heuer
Wilhelm Huthmann
Heinrich Jasker
Volker Claus

Zur Zeit besteht die Wehr aus 47 Aktiven, 10 Mitglieder in der Altersabteilung, 11 Jugendliche in der JF und 46 fördernde Mitglieder

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